Ich legte meine Morgenröte auf deine Nachttauschte meinen Heiligenschein gegen deine KettenIch hörte deine jahrhundertlangen leisen Schreieöffnete das Tor und nahm deinen Platz einNun gehe ich durch Stunden ohne Endezwischen Zebrastreifen und Sternbildernein leises Wehen der Gnade hinter dem Glasein Atem, der jede Station beruhigt
Ich treibe zwischen Straßenlichtern und SternenErbarmen am Rand deines Herzens
Ich bin das Licht hinter deinem Fenster, (ohdie Hand, die deine Furcht hält, (halt durchdie Wärme, die sich in Schatten bewegt, (mm-mmein Psalm, den du fast hörstWenn ich mein Zuhause nie wiederfindesoll Liebe meine Wohnung seindenn jede Seele, an deren Seite ich stehewird zu meiner Kapellenglocke
Ich sah die Meinen an gewöhnlichen TagenWasserkocher singen, Kalender schlagen umSie fühlten mich wie eine ruhige Laterneeinen stummen Hymnus, wo Kummer brenntEiner nach dem andern, wie Dämmerung zur Morgenröteüberquerten sie das Wasser ohne Furchtund als der Himmel golden aufknöpftesahen sie das Gesicht, das nie wich
Ich winkte sie durch die Tür des Himmelsund hielt die Wache, wo die Lebenden weinen
Ich bin das Licht hinter deinem Fenster, (ohdie Hand, die deine Furcht hält, (halt durchdie Wärme, die sich in Schatten bewegt, (mmmein Psalm, den du fast hörstWenn ich mein Zuhause nie wiederfindesoll Liebe meine Wohnung seindenn jedes Leben, das ich begleitet habeschlägt wie eine Glocke in mir
Jahre wickelten sich ab, die Stadt veränderte sichnur Fremde kannten meine StraßenDoch trug ich zärtliches Feuerein Leuchtturm, den niemand siehtDann, um Mitternacht am Rand des Atemsein Herz, beinahe zerbrochen, beinahe im AbschiedIch kniete in der spröden Dunkelheitund goss mein Gebet in ihren Himmel
„Kind aus Staub und Edelstein, bleibEine Morgenröte braucht deinen NamenHalt durch, halt durch„Du bist kein leerer Raumdu bist ein Same goldenen Regens
Führe mich zur kleinsten Flammelehre meinen Atem, Deinen Namen zu singenwenn Liebe alles ist, was mir gegeben ist, Herrwenn Hoffnung nur geflüstert wird
So schwor ich, die Zerbrochenen zu suchendort zu stehen, wo Enden heilen lernenUnd jede Seele, die mich vorübergehen sahbegann, für das Ziel meiner Reise zu betenIhre Gebete wurden zu einer silbernen Straßeeine Treppe aus geflüsterten Namensie stieg wie Morgen in meiner Brust emporein Erbarmen hell wie Fensterglas
Ich bin das Licht hinter deinem Fenster, (ohdoch nun teilt ein Fluss den Schleier, (teil den Schleierder Chor all eurer treuen Liebehat meine Schritte frei gesetzt zur FahrtFinde ich endlich wieder heimhat Liebe mir den Weg geschriebendenn jedes Leben, dem ich zur Seite standhat meine Nacht zum Tag gewandt
Ich gehe, wohin die Liebe geht, wohin die Liebe gehtdurch jede Tür, die sie öffnetbis Straßenlichter wie Heiligenscheine erblühenund der Himmel mich heimnimmt